Einmal von Berlin nach Paris, bitte

Ein wundervolle Woche liegt hinter uns. Eine Woche die auf Basis der Planung startete: Wir wollen am Montag in Berlin los fahren und am Samstagmittag in der Nähe von Paris auf dem Cafe Racer Festival einfallen. Und auf dem Weg wollen wir sehen, was deutsche Straße so zu bieten haben. Wir greifen kurz voraus: Wir wurden nicht enttäuscht. Mit von der Partie: die BMW R nineT von Pure&Crafted.

Nach der Übergabe der R nineT im BMW Werk in Spandau am Montag morgen trafen wir uns mit dem Rest der Gang. Bei Kaffee und Frühstückstoast wurden Karten studiert und der erste Tag geplant.
Die Gang, das sind Cäthe, Janna, Freddie, Daniel und Helen. Frisch gestärkt schwangen wir uns auf die Bikes und es ging los in Richtung Harz, der ersten Etappe unserer Tour.

Nach einem kurzen Autobahn-Intermezzo erreichten wir die ersten Kurven und schöne Landstraßen. Da wir allerdings den ersten Tag spät gestartet hatten, war es bald an der Zeit uns eine Unterkunft zu suchen, und wir erreichten die Pension Waldblick im Harz und ließen den Abend beim Dorfitaliener bei Pizza und Aperol Spritz ausklingen.

Für den zweiten Tag hatten wir ein klares Ziel: Burg Altena im Sauerland und die älteste Jugendherberge der Welt. Nach kleiner Quälerei durch das Kasseler Umland entschädigte uns das Sauerland ab Winterberg vollständig. Wunderschöne Dörfer, leere Straßen und unser Highlight: Ein kleines privates Motorradmuseum in Schmallenberg, welches wir durch Zufall auf der Jagd nach dem perfekten Foto entdeckten. Der Hofherr führte uns stolz durch diverse Räume und schafft es immer wieder das vorher Gesehene zu übertreffen.
Nach 320 km Sauerland erreichten wir in der Abenddämmerung Burg Altena und ließen es uns nicht nehmen unter lautem Geknatter in den Burghof einzufahren. Für diese eine Nacht waren wir stolze Burgbesitzer.

Der dritte Tag der Reise war dem Bergischen Land gewidmet. Nach dem Abschied von Freddie, die sich wieder auf dem Rückweg nach Berlin machen musste, beschäftigten wir uns das erste Mal richtig mit dem BMW Motorrad Navigationssystem und entdeckten unsere Lieblingseinstellung: Kurvenreiche Strecke. Das Navi führte uns über kleine Straßen durch Wälder, Felder, an Seen vorbei…einfach unfassbar schön. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Café Hubraum stand schon der nächste Punkt auf unserer Tagesordnung: Ein Besuch bei Cäthes Eltern, wo uns schon im Flur der frische Kaffee und Waffelduft begrüßte. Wir kamen in den Genuss einer bergischen Kaffeetafel mit Waffeln, Milchreis, Kirschgrütze und Schlagsahne (Anmerkung: Eine bergische Kaffeetafel stellt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen und kann je nach Personenanzahl beliebig erweitert werden.) Glückselig schwangen wir uns wieder auf die Bikes und es ging nach Köln.
Nach einem Besuch bei Amadeüs Motors in Köln Zollstock ging es in die Werkstatt von Jens von Brauck wo wir seine Umbauprojekte genauer unter die Lupe nahmen. Vor allem gefiel uns der direkte Vergleich der R nineT Scrambler mit dem Umbau von jvb. Dies musste auch direkt auf der Straße getestet werden. Den Abend ließen wir in der Werkstatt von Cäthes Freunden, zwischen den verrücktesten Umbauprojekten (Flattrack Racer mit Rollermotor und Lachgaseinspritzung) ausklingen bevor wir unsere müden Knochen ins Bett schleppten.

Unser vierter Reisetag bildete für einen Teil der Truppe ein persönliches Highlight. Es ging zum Nürburgring, Rennluft schnuppern. Und wenn zuschauen nicht mehr ausreicht, muss man daran etwas ändern. Gesagt, getan… Für Cäthe und Daniel ging es auf die Nordschleife. Als sie nach ca. 20 km auf der ehemaligen Rennstrecke wieder auf den Parkplatz einfuhren war das breite Grinsen unter den Helmen nicht zu übersehen. Freudensprünge, Umarmungen…ein großer Traum hatte sich für die Beiden an diesem Tag erfüllt.
Und zu guter Letzt lief Janna Guy Martin vor die Füße und ließ es sich nicht entgehen ein Foto mit dem charmanten Rennfahrer zu schießen. Dieser Tag war ein voller Erfolg auf allen Ebenen.
Bevor es weiter ging in den Süden bekam die R nineT, mit Hilfe eines netten Mechanikers mit Rohrzange zum Öffnen des Öldeckels, noch einen Schluck Öl verpasst. Man muss ja immer gut auf seine Maschine acht geben.
An diesem Abend schafften wir es noch bis nach Trier, genossen in einer Trierer Weinstube leckeren Moselwein und ließen diesen spannenden Tag Revue passieren.

Paris, Paris, wir fahren nach Paris! Freitag morgen, vier ausgeschlafene Fahrer mit frisch aufgetankten Bikes und einem gemeinsamen Ziel: Abendessen in Paris. Zu Beginn viel unsere Wahl wieder auf die wundervolle Option Kurvenreiche Strecke, allerdings mussten wir uns schnell eingestehen, dass wir es auf diese Weise nicht mehr am gleichen Tag nach Paris schaffen würden. Also ging es rauf auf die Autobahn und es hieß durchhalten. Als die Sonne schon tief stand erreichten wir nach 450 km die ersten Ausläufer von Paris und durften schnell lernen, dass unsere Art Motorrad zu fahren (auf einer Spur bleiben hinter den Autos) zu 100% vom Pariser Fahrstil abwich. Wofür hat man schon einen Warnblinker am Bike und dann ist ja auch immer zwischen den Spuren ein wenig Platz.
Mir der festen Überzeugung „wer auf der Hermannstraße in Berlin fahren kann, kann überall fahren“ stürzten wir uns in den Pariser Stadtverkehr und fühlten uns pudelwohl.
Nach der Ankunft in unserem Hotel im 16. Bezirk, machten wir uns auf die Suche nach unserem versprochenen Abendessen. Durch das plötzliche Auftauchen des Arc de Triomphe vor unserer Nase und einem anschließenden Schaufensterbummel auf der Motorradladenstraße von Paris, fanden wir endlich ein nettes Restaurant mit noch offener Küche und konnten unser Tagesziel abhaken.

Samstagmorgen, unser Ziel war fast erreicht. Nach einem sehr französischen Frühstück in unserem charmanten Hotel ließen wir es uns allerdings nicht nehmen unsere Bikes auf eine kleine Stadtrundfahrt auszuführen. Fotoshooting am Arc de Triomphe, Fotoshooting am Eiffelturm, ein Ritt über die Champs-Élysées mit dem passenden Chanson auf den Lippen; wir fühlten uns wie Touristen, wurden aber unbeabsichtigt selbst zu einer viel fotografierten Attraktion.

Nachdem das erledigt war ging es nach Montlhéry zum Cafe Racer Festival, wo wir von BMW Frankreich schon freudig erwartet wurde. Die R nine T wurde spontan mitten in den BMW Stand geschoben. Zwischen den herausgeputzten Maschinen wirkte sie mit dem Staub und Fliegen von über 1500km im ersten Moment leicht deplatziert, strahlte aber eine Aura von Abenteuer und Freiheit aus.

Der Tag verging wie im Flug mit Shoppingbummel und diverser Rennen auf der beeindruckenden Steilkurve von Monthléry und am Abend lagen wir uns bei den Songs von Cooking mit Elvis in den Armen.
6 Tage auf den Bikes, über 1500 km, 6 Tage mit wundervollen Menschen die jeden Tag noch ein bisschen besser machen, 6 Tage mit der Pure&Crafted R nineT scrambler, ein Bike in das man sich ab dem ersten Meter verliebt und am liebsten nie wieder hergeben möchte.

Allerdings war das leider der Fall und ich traf mich am Sonntagmittag mit den nächsten Abenteurern von Pure&Crafted on the Road vor dem Eiffelturm zur Übergabe. Ben und Mile empfingen mich mit offenen Armen und ich wusste, dass das liebgewonnene Bike bei ihnen in guten Händen ist. Bei einem Kaffee mit Blick auf das Pariser Wahrzeichen erzählten wir uns unsere Abenteuer und Pläne und genossen den sonnigen Tag in Paris bevor es für mich wieder mit dem Flieger nach Berlin ging.

Heute, nach einer Woche, schaue ich mir die Bilder wieder an und habe ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Solche Touren bringen einen an seine Grenzen, körperlich, von Fahrerseite und emotional und ich möchte keinen Kilometer davon missen.